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Refarat in Binz: „Volksgemeinschaft als Selbstermächtigung"


Refarat in Binz: „Volksgemeinschaft als Selbstermächtigung" :: 19.01.2010

Im Rahmen einer Veranstaltung des Dokumentationszentrums in Prora, wird Prof. Dr. Michael Wildt am 29. Januar um 18 Uhr ein Refarat mit dem Thema "Volksgemeinschaft als Selbstermächtigung" im "Haus des Gastes" in Binz halten.

Der Vortrag ist eine Ergänzung und Vertiefung der im
Dokumentationszentrum Prora gezeigten Dauerausstellung MACHTUrlaub über das ehemalige „KdF-Seebad“
Prora und die deutsche Volksgemeinschaft. Ein Besuch der Ausstellung ist zum Verständnis des Vortrags
nicht erforderlich. Er schadet jedoch auch nicht.

Wildt wird die nationalsozialistische Ideologie der “Volksgemeinschaft” vorstellen und sich insbesondere
mit dem Prozess der Herstellung der “Volksgemeinschaft” im Alltag des “Dritten Reiches” beschäftigen, wobei die
Ausgrenzung von Juden und anderen (beispielsweise Homosexuelle, Kommunisten, Kranke) verbunden mit Gewalt das
konstituierende Element dieser “Volksgemeinschaft” war.

Ein Schwerpunkt des Vortrags von Prof. Dr. Wildt wird die Analyse der so genannten “Rassenschande-Aktionen”
im Jahr 1935 sein. Juden, die sexuelle Beziehungen zu nichtjüdischen Deutschen unterhalten hatten, und die
beteiligten Nichtjuden wurden als “Rassenschänder” und “Volksverräter”
durch  die  Straßen  gejagt und erniedrigt. So geschehen auch auf Rügen
mit    der   Gingsterin   Anna   Grosse, der ihr jüdischer freund, ein
Unernehmer, vorgehalten wurde. Dokumentiert in Prora und als
Fotodokument  in  Stettin  entdeckt vom Historiker Dr. Wolfgang Urban.
Letzte  Zeitzeugen  in  Gingst  erinnern sich noch an den Vorgang, den
beispielsweise  die  tochter  des  Fleischers  aus  dem  Geschäft  des
Vaters  am Markt beobachtet hatte. Das Dokumentationszentrum Prora hat
dies in einem Video-Interview dokumentiert.

In Gingst  wird im Übrigen auch noch davon gesprochen, dass es auf dem Friedhof eine
doppelte  Grabstätte  geben  soll  mit  einem  christlichen  und einem
jüdischen  Leichnam  in  einem Grab. Erstaunlicherweisse haben sich an
der Kirche noch hebräische Buchstaben aus der Zeit von Pastor Picht gehalten.

An den Gingster und anderen Straßenrändern standen damals organisierte sogenannte Schaulustige, beobachteten teils feixend
oder  lachend  die  Demütigungen  wie  das  Rasieren  des Schädels und
Umhängen von Schildern. Nur wenige wandten sich ab oder wendeten sich gar gegen die Quälerei ihrer Mitbürger. Ähnliche Reaktionen riefen die
Boykottmaßnahmen gegen jüdische Geschäfte 1933/34 und der Novemberprogrom 1938 hervor, die ebenfalls
Gegenstand  des  Vortrags  sein werden.

Anna Grosse kam nach Bergen in sogenannte Schutzhaft, weil auch dort ein Mob vor dem Gefängnis stand.
Später  schob  man  sie nach Stralsund ab und gab ihr Inselverbot. Sie
lebte  bis  vor  wenigen  Jahren in Berlin und besuchte Rügen nur noch
einmal.

Wildt interpretiert diese Vorgänge als Zerstörung der auf dem bürgerlichen Recht basierenden Staatsordnung
und   gewaltsame   Herstellung  einer  rassistischen,  antisemitischen
“Volksgemeinschaft”. Diese Volksgemeinschaft konnte körperlich im Ausbruch der Gewalt
gegenüber   den   aus  der  Gemeinschaft  Ausgeschlossenen  den  neuen
Gesellschaftszustand körperlich erfahren. In dem Moment, in dem das bisher geltende Recht gegenüber einer Gruppe ohne Sanktion gebrochen
werden konnte, waren die Grenzen der Volksgemeinschaft gezogen.
Prof. Dr. Wildt, Jahrgang 1954, ist seit 2009 Professor für Deutsche Geschichte im 20. Jahrhunderts mit
Schwerpunkt in der Zeit des Nationalsozialismus an der Berliner Humboldt-Universität. Vorher war er elf Jahre am
Hamburger Institut für Sozialforschung tätig.

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