Nutzung gefährdeter Gebäude in Lohme/ Rügen untersagt
Nutzung gefährdeter Gebäude in Lohme/ Rügen untersagt :: 22.06.2009
Rügen. (ostSeh) Vom Bauamt des Landkreises Rügen wurde heute für sechs Gebäude am Steilhang von Lohme die Nutzung untersagt. Dabei handelt es sich um eine Pension, ein Cafè, einen Imbiss, ein Wohn- und Gästehaus, ein Wohnhaus und einen Bungalow. Die Nutzungsverbote basieren auf einem aktuellen geologischen Gutachten, das die dauerhafte Hangsicherheit - und damit verbunden auch die Standsicherheit einzelner Gebäude – derzeit als nicht gesichert ansieht.
Das behördliche Handeln sei notwendig gewesen, um eine Gefährdung von Leben und Gesundheit von Einwohnern und Gästen abzuwenden.
„Diese Entscheidung ist sehr bitter für die Betroffenen, aber der Schutz des Lebens hat Priorität“, erklärte Landrätin Kerstin Kassner. Jederzeit, nicht nur bei Starkregen, bestehe die Gefahr, dass massive Erdabbrüche erfolgen und Gebäude abrutschen können.
„Es ist mein Ziel, die Nutzungsuntersagungen schnellstmöglich wieder aufzuheben. Noch im August wird mit Baumaßnahmen zur Hangentwässerung und Hangstabilisierung begonnen. Die Arbeiten dauern voraussichtlich vier Monate. Danach wird es neue Untersuchungen geben. Wenn es die Situation dann zulässt und die Standsicherheit der Gebäude gewährleistet ist, können die Gebäude wieder genutzt werden.“
Gemeinsam mit der Gemeinde Lohme werde jetzt erörtert, wie den betroffenen Menschen mit Unterkünften und Arbeit geholfen werden kann.
In Lohme brach im März 2005 unterhalb des Diakonie-Heimes ein Hangstück in Größe zweiter Fußballfelder in den frisch sanierten Hafen. Seither nimmt die Kritik an der Bebauung des Hanges in den letzten Jahren kein Ende. Versäumte Regenentwässerung und direkte Einleitung von Wasser in den Hang sollen ebenso wie die Bebauung und der Hafenneubau dazu beigetragen haben. Die Gemeinde Lohme fordert dennoch immer wieder Solidarität ein. Kosten in Höhe von rund vier Millionen Euro stehen zur Hangsicherung ins Haus.