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Überleben der Herberge für reisende Handwerker nicht gesichert


Überleben der Herberge für reisende Handwerker nicht gesichert :: 09.07.2009

Posewald/Rügen. (ostSeh) Sie heißen Claudia, Amar, Anna Lisa, Ferenc, Benni, Grahl, Sven oder Philipp, ein Interessent ohne Handwerkskluft. Sie sind freireisende Holzbildhauer, TischlerInnen, Gärtner und anderes. Sie haben Regeln, eine Ausbildung und einen Reisezeitraum von drei Jahren und einem Tag. Doch manchmal müssen sich die HandwerkerInnen bei Krankheit oder in anderen Fällen irgendwohin zurückziehen können. ‚Bude‘ nennen sie ihre Unterkunft in Posewald, von derer Art für frei Reisende nur vier in Deutschland existieren. Doch die Zukunft der Bude Posewald ist trotz Versprechungen ungewiss.

„Wir machen Budenbauwochen, um derzeit auf der Insel präsent zu sein“, erläutert Tischler Amar am großen Tisch unter Bäumen und im Angesicht zweier mächtiger Portalsäulen am Hintereingang der Bude. Sie tragen eine Art Erker, der früher der schönste Schlafraum war und heute Büro ist. „Bauwochen, so führt Amar weiter aus, sollen die Unterkunft verbessern und instandhalten. „Drei von uns haben in der Kurklinik Sellin gearbeitet und das offiziell verdiente Geld für Material zur Verfügung gestellt“, spricht er auch die Finanzen an. Eine Firma für semiprofessionelle Kleinmaschinen hat einen ganzen Satz dafür ausgeliehen, um das Kompostclo zu erweitern und die Badewannen im Freien durch eine geschieferte Dusche in einem Nebenraum zu ersetzen.. „Das alles lässt sich organisieren, doch die Bude und ihre Zukunft hängt vom Gutshaus ab. Dessen Zukunft ist ungewiss. Daran können wir nur bedingt organisieren“, sagt Anna Lisa. Sie erläutert auch die Wichtigkeit der Bude. „Wir haben keinen eigenen Raum während der Tippelei auf der Straße. Manche sind zwar schachtübergreifend (Schächte nennen sich die Organisationen der anderen Reisenden), andere lassen jedoch beispielsweise keine Frauen in ihre Buden.“ Anna Lisa, die Tischlerin aus Berlin, ist drei Jahre auf Tippelei und weiß, wovon sie spricht. Dabei schüttelt sie immer wieder ihre langen Dreadlocks, die sie zum Arbeiten unter einen Hut packt. Er gehört ebenso wie die schwarze Kluft und das weiße Hemd, die Staude, zur Kleiderordnung. Dabei ist eine maximal doppelte Ausstattung der Kleidung und etwas Werkzeug, das Wanderbuch und wenige persönliche Gegenstände schon alles, was man auf Dauer tragen möchte, wenn es wirklich zu Fuß weitergeht.

Doch zurück nach Posewald an die Kleinbahnstation. Während das einst lebendige Gutshaus eingemottet ist und die nach Anweisung des damaligen Oberdenkmalschützers Hermann Hoge mühsam nachgebauten Fenster irgendwo eingelagert wurden, entwickelt sich die Bude. Ein Sitzkachelofen, kombiniert mit Warmwasserbereitung und Kochstelle, Schlafplätze für acht Personen, Keramik fürs Essen und nun neben dem neuen Kompostclo auch die Dusche lassen bei einen Aufenthalt manche Strapazen der Straße vergessen. „Wir wollen kommende Woche wieder ein Gespräch mit Bürgermeister Harald Burwitz führen, befürchten jedoch, dass unser Schicksal am Verkauf des Gutshauses und seinem künftigen Nutzen hängt“, erzählt Amar am großen Tisch, während ein Hund darunter spielt.

Der Verein Modellprojekt Rügen hatte zu Hochzeiten der Debatte um eine Modellregion das Gutshaus zur Erbpacht von der Stadt Putbus erhalten. Fortan arbeiteten zeitweise bis zu 200 Reisende aller Gewerke nahezu unentgeltlich gegen Kost und Logis daran. Das Kreisdiakonische Werk (KDW) sollte darin Jugendliche ausbilden und von den Reisenden Unterstützung erhalten. Doch die Fördergelder für den Verein blieben aus, er wurde 2007 insolvent. Nur mit Mühe konnte die Bude trotz anderer Versprechungen erhalten werden. Dabei wird dort bescheiden gelebt. Brot am Abend vom Inselbäcker zum Auslaufpreis, Werkzeug von anderen Handwerkern wie Ricardo aus Putbus, dem das einfach gefällt, was die Reisenden tun. „Hier war er noch nie“, sagt Amar. „Um so beachtlicher, dass er uns beispielsweise eine Kettensäge leiht.“ 
Amar hatte die letzten Tage die Doppelfenster aus Eigenbau zerlegt und eine Lüftung zwischen die Scheiben eingebaut, damit sie nicht verrotten. Von der Farbenfirma Livos hat er Öl zur Pflege organisieren können. Und Gärtner Benni setzte erst einmal wieder den Garten instand und pflegt die Hügelbeete. Den Schuppen nebenan übrigens ließen sie unangetastet. Dort leben derzeit Schwalben mit ihren Jungen. Doch das Dach gegen Hornissen abdichten, das musste sein.
„Wir erhoffen uns vom Gespräch kommende Woche Sicherheit oder Gewissheit, dass die Bude beim Verkauf des Gutshaues überlebt“, sagt Amar. Ein soziales Projekt, in das sie ihr Wissen wieder einbringen können, schwebt ihm idealerweise vor. Und dann fällt ihm nochmals die neue Dusche mit Schieferklinker ein. „Dafür suchen wir noch einen alten DDR-Badeofen. Am liebsten aus Kupfer.“

© 2009 ostSeh / ANDREAS KÜSTERMANN

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